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Aktuelles

Nachruf Silvio Bamberg
 

Leider mussten wir in der vergangenen Woche erfahren, dass unser ehemaliger Student und diesjähriger Masterabsolvent, Herr Silvio Bamberg, am 06. September 2018 bei einer Motorradtour in Schottland tödlich verunglückt ist. Wir sind tief betroffen und unser Mitgefühl gilt insbesondere seiner Frau sowie seinen beiden Töchtern, die wir im Rahmen der Graduierungsfeier des 12. Jahrgangs unseres Masterstudiengangs im vergangenen Juni ebenfalls kennenlernen durften. Ihnen sowie allen Angehörigen und Freunden wünschen wir viel Kraft in dieser schweren Zeit.

Prof. Dr. Thomas Feltes und Prof. Dr. Tobias Singelnstein sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Masterstudiengangs Kriminologie, Kriminalistik und Polizeiwissenschaft

bamberg silvio

Der Einfluss polizeilicher Pressearbeit
2017 02 26 Eisenbahnstraße

 

No-go-Area oder Problemviertel: Wie bekommen manche Orte ihr schlechtes Image? Ein Masterabsolvent hat sich in seiner Abschlussarbeit damit beschäftigt.

Karsten Lauber hat im Februar 2018 das berufsbegleitende Masterstudium Kriminologie, Kriminalistik und Polizeiwissenschaft erfolgreich an der RUB abgeschlossen und ist als bester Absolvent des Studienjahrganges ausgezeichnet worden. Für das Studium motiviert hat ihn sein Forschungsinteresse, wie er in einem Gespräch mit der RUB-Redaktion erzählt.

„Im Studium selbst gaben mir zusätzlich die Dozenten wichtige Impulse für meine eigene Forschung. Besonders über die Verbindung von Kriminalität und Raum wollte ich mehr erfahren“, sagt Lauber. Er selbst lebt und arbeitet in Leipzig. Für ihn lag es deshalb auch nahe, in seiner Masterarbeit ein lokales Phänomen aufzugreifen und unter die Lupe zu nehmen: die Eisenbahnstraße in Leipzig.

„Diese Straße wurde 2013 von einer TV-Sendung zum gefährlichsten Ort Deutschlands gekürt. Bis heute verbinden sie viele mit dem entsprechenden Image. Ich habe mich gefragt, wie so ein Etikett für einen Ort entsteht beziehungsweise wie es aufrechtgehalten wird“, so Lauber.

Für seine Untersuchungen setzte er den Fokus auf die polizeiliche Pressearbeit und wollte herausfinden, ob und wie diese das schlechte Image der Eisenbahnstraße unterstützt.

„Ich habe Pressemeldungen der Leipziger Polizei und Nachrichten der Leipziger Volkszeitung aus dem Jahr 2016 ausgewertet und einer qualitativen Inhaltsanalyse unterzogen. Zusätzlich habe ich Experteninterviews mit Verantwortlichen der Leipziger Polizei geführt“, erläutert der Absolvent seine Vorgehensweise.

„Den Medien wird vorgeworfen, dass sie mit ihrer Themenauswahl und -darstellung die Meinungen ihrer Leser und Zuschauer stark beeinflussen. Ich habe in meiner Masterarbeit herausgefunden, dass zum Beispiel die Polizei mit ihrer Pressearbeit auch ein wichtiger Akteur dabei ist“, sagt er.

Nach seinen Analysen hat die Polizei Leipzig 2016 auch zum schlechten Image der Eisenbahnstraße beigetragen, indem zum Beispiel nur bestimmte Themen für Pressemitteilungen ausgewählt wurden: „Alltägliche Kriminalität, wie Fahrraddiebstähle, tauchen in der Pressearbeit kaum auf. Der Fokus liegt auf den schwereren Fällen wie gefährlicher Körperverletzung“, sagt er. Die Verantwortlichen der Pressestelle überlegen sich, welche Themen in den lokalen Medien Anklang finden. Dadurch ergibt sich, dass Berichte über schwere Formen der Kriminalität in der Pressearbeit einen großen Anteil einnehmen, obwohl sie im Vergleich zur Alltagskriminalität weniger vorkommen.

Hinzu kommt, dass die polizeilichen Presseberichte auch wertende Attribute beinhalten, um die Vorfälle zu schildern. „Die Polizei nutzt für ihre Mitteilungen erzählerische Formen und verwendet dabei bildhafte Sprache und fiktionale Elemente“, sagt Lauber. Ein Beispiel ist folgende Mitteilungsüberschrift: „Nichts Neues in der Eisenbahnstraße“. „Mit der Formulierung zeigt schon die Polizei, dass man von der Eisenbahnstraße nichts Neues hinsichtlich weniger Kriminalität erwarten kann und unterstützt damit das vorherrschende Bild“, erläutert Lauber. Die Presseverantwortlichen unterstellen damit ein Vorwissen bei den Lesern nach dem Motto: Es passiert das, was eben immer dort passiert. 

Weiter ist dem Kriminologie-Absolventen aufgefallen, dass in den Berichterstattungen der Polizei auch die Nationalitäten der Täter auftauchen. „Die Polizei muss sich nicht an den Pressekodex halten, der nur bei begründetem öffentlichen Interesse die Zuschreibung des Täters zu einer bestimmten Religion oder Ethnie vorsieht“, sagt Lauber.

Karsten Lauber weiß, dass ein komplexes Gebilde von Wechselwirkungen dafür sorgt, dass ein bestimmter Ort wie der in Leipzig ein bestimmtes Image erhält. In seiner Masterarbeit konnte er davon nur einen Teil analysieren. „Meine Analyse liefert trotzdem einen ersten Ansatz und zeigt, welche Akteure neben den üblichen Medien wie Zeitung und Fernsehen noch daran beteiligt sind, einem Ort ein negatives Etikett zu verpassen“, so der Absolvent. Seine Ergebnisse beziehen sich zwar konkret auf die örtliche Polizei, sie lassen aber erahnen, wie viel Potenzial in der polizeilichen Pressearbeit steckt.

Die Polizeipressestellen sollten sich ihrer Wirkung bewusst sein, sagt Lauber. Anstatt vorrangig schwere Vorfälle zu melden, könnte die polizeiliche Pressearbeit zum Beispiel über erfolgreiche Kriminalitätsprävention berichten. „Die Polizei hat die Chance, ihre Arbeit mit Pressemitteilungen transparenter zu gestalten und zu zeigen, was auch gut läuft und was sie für die Sicherheit der Bürger tut“, sagt er. Und ergänzt: „Sie profitiert von einem enormen Vertrauensvorschuss gegenüber den Medien und den Bürgern. Das kann sie für sich nutzen.“

 

Abschlussfeier des XII. Studienjahrgangs
Masterfeier 2018
 
Während der Graduierungsfeier des XII. Studienjahrgangs des Masterstudiengangs "Kriminologie, Kriminalistik und Polizeiwissenschaft“ im Veranstaltungszentrum der RUB konnten 61 erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen verabschiedet werden. Erstmals überreichten die beiden Studiengangsleiter Prof. Dr. Thomas Feltes und Prof. Dr. Tobias Singelnstein die Urkunden gemeinsam und moderierten die Graduierungsfeier. Den Festvortrag zum Thema „Polizist – Professor – Publizist. Ein Polizist kann alles. Kann ein Polizist alles?“ hielt Prof. Dr. Uli Rothfuss. Mit der Verleihung der Urkunde tragen die ehemaligen Studierenden nun den Titel „Master of Criminology and Police Science (M.A.)“. Als bester Absolvent des Jahrgangs erhielt Karsten Lauber den „Bochumer Kriminologischen Studienpreis“ für seine besonderen Leistungen im Rahmen des Studiums. Drei weitere Absolventen wurden für die beste Masterarbeit 2018 ausgezeichnet.
 
Start der neuen Bewerbungsphase 2018

Am 15.04.2018 startete wieder das Bewerbungsverfahren für den Masterstudiengang „Kriminologie, Kriminalistik und Polizeiwissenschaft“ an der Ruhr-Universität Bochum. Interessierte haben bis zum 30. Juni 2018 die Möglichkeit, sich online um einen Studienplatz für den mittlerweile 15. Studienjahrgang zu bewerben. Der Studiengang richtet sich an Berufstätige, die sich mit Kriminologie, Kriminalistik und Polizeiwissenschaft auseinandersetzen und an akademischer Weiterqualifizierung interessiert sind. Nähere Informationen zum Studiengang und den Zugang zum Bewerbungstool finden Sie hier.

 

Reakkreditierung

Nach erfolgreicher Akkreditierung im Jahr 2005 sowie Reakkreditierung im Jahr 2010, befindet sich der weiterbildende Masterstudiengang "Kriminologie, Kriminalistik und Polizeiwissenschaft" zurzeit wieder im turnusgemäßen Reakkreditierungsverfahren. Die Begehung zur Reakkreditierung durch die von der Reakkreditierungsagentur AQAS benannten Gutachter findet im Mai 2018 in Bochum statt. Über den weiteren Verlauf des Verfahrens informieren wir an dieser Stelle.

 

 

Neuer Internetauftritt

Die Homepage des Masterstudiengangs „Kriminologie, Kriminalistik und Polizeiwissenschaft“ hat nach einem Relaunch ein neues Design. Angepasst an das Layout der Ruhr-Universität Bochum, befinden sich jetzt alle Daten und Fakten über den Masterstudiengang in modernem Gewand. Dabei wurden neue Entwicklungen innerhalb des Masters berücksichtigt und alle Informationen aktualisiert.

Die Überarbeitung des Bewerbungstools soll Ihnen für Ihre Bewerbung einen besseren Komfort bieten und das Einfügen der geforderten Unterlagen erleichtern. Die nächste Bewerbungsphase beginnt am 15. April 2018. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung und stehen Ihnen für Fragen gerne zur Verfügung.

 

 

Neuer Jahrgang 2018/2019

makrim sassendorf 2018 klein

 

Zum 1. Januar 2018 hat der neue Jahrgang des Masterstudiengangs mit dem Studium begonnen. Die erste Präsenzphase fand als Einführungswoche im "Haus Düsse" in Bad Sassendorf statt, wo sich die Studierenden in historischem Ambiente kennenlernen und erste Einblicke in ihr neues Studium nehmen konnten. Neben allgemeinen Informationen zum Studiengang durch die Studiengangsleitung und -verwaltung starteten die ersten Module. Im Anschluss daran führten vorgetragene Impulsreferate einiger Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu ihren Berufsfeldern zu interessanten interdisziplinären Diskussionen und Gesprächen, die im späteren Verlauf des Abends im gemütlichen Westfalenkeller fortgesetzt werden konnten.